Babypause
Stillen schützt vor Schwangerschaft nicht.
Das Thema Verhütung nach der Geburt liegt mit ganz persönlich am Herzen. Erstens weil man nach den körperlichen und seelischen Anstrengungen der Entbindung des ersten Kind ohnehin völlig überfordert ist und händeringend nach Informationen und Unterstützung sucht und zweitens weil erst kürzlich eine Freundin von mir auf das zwar hartnäckig behauptete, aber definitiv unwahre: "Stillen schützt vor Schwangerschaft" vertraut hatte. Dem ist nicht so wie sie heute weiß. Denn bereits eine Stillpause von mehr als vier Stunden reicht aus, um einen Eisprung zu ermöglichen. Doch wie und ab wann kann man nach der Geburt verhüten?
Grundsätzlich gilt: die ersten vier Wochen nach der Entbindung sind für sexuelle Aktivitäten tabu. Darauf zu verzichten dürfte den meisten Frauen aber auch nicht besonders schwer fallen. Ich weiß wovon ich rede. Sex spielt erst mal eine, vorsichtig formuliert, untergeordnete Rolle. Das Baby ist der Mittelpunkt. Doch auch daran gewöhnt man sich relativ schnell und das Sexualleben "normalisiert" sich wieder und wird sogar, jedenfalls war das bei mir so, noch viel intensiver. Wie also verhüten, wenn man noch stillt?
Aufgrund des Östrogen-Gehalts sollte auf die Pille verzichtet werden, weil sie Einfluss auf die Muttermilch hat und das Kind schädigen könnte. Stillt eine Mutter, bleibt zunächst einmal im Grunde nur das Kondom. Ist die Gebärmutter dann etwa nach drei Monaten völlig zurückgebildet, kann der Gynäkologe eine Hormonspirale einsetzen oder alternativ ein Implantat. Geeignet sind diese hormonellen Produkte, weil sie nur sehr geringe Mengen des Gelbkörperhormons freisetzen und der natürliche Zyklus erhalten bleibt. Als Verhütungsmethode gänzlich ungeeignet ist während der Stillzeit übrigens die Schleimbeobachtung, die Temperaturmessmethode oder die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage mit einem Zyklus-Computer. Denn die Körpertemperatur während der Stillzeit bleibt immer gleich hoch und die Menstruation bleibt aus.
